Die Symbole der Deutschen WK-II U-Boote


Bei der Identifizierung alter Fotos der Deutschen WK-II U-Boote spielen die Symbole, Insignien, Wappen und Malings der U-Boote heute eine wichtige Rolle. Zu Anfang des Krieges waren die U-Boote nur mit ihren Nummern auf dem Turm markiert dich bald gingen die Kommandanten und Besatzungen dazu über, ihren U-Booten eine "persönliche Note" zu geben und die Symbole auf den Türmen der U-Boote kamen auf. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt und bald prangten Hummer, Haifische, Frösche, Seepferdchen, Panther, Wölfe und sonstiges Getier auf den Türmen der U-Boote. Manchmal waren die Symbole mit der Geschichte des Kommandanten oder U-Bootes verknüpft. U-338 z.B. riß sich beim Stapellauf los, rammte einen Frachter und versenkte ihn. Fortan zierte ein auskeilender Esel den Turm von U-338. Der berühmte "schnaubende Stier" von U-47 entstand nach der Versenkung der "Royal Oak" in Scapa Flow. Das Bild wurde von Endraß auf den Turm gemalt, der sich " an ein komisches Bild aus irgendeiner Zeitschrift" erinnerte.

Guenther Prien an Bord von U-47. Abgescannt von einer alten WK-II Originalpostkarte, die sich in meinem Besitz befindet. (Bildarchiv Krupp-Germaniawerft Kiel)

U-47 mit dem "Stier von Scapa Flow" und zusätzlich noch einer Maling mit den versenkten Bruttoregistertonnen. Abgescannt von einer alten Originalpostkarte, die sich in meinem Besitz befindet. Der Text auf der Postkartenrückseite lautet:
Eichenlaubträger Korv.-Kpt. Günther Prien, geboren am 18.1.1908 in Osterfeld/Thür., wurde berühmt durch seine siegreiche Fahrt am 14.10.1939 in der Bucht von Scapa-Flow. Nach der Versenkung des Schlachtschiffes "Royal Oak" versenkte er noch 235941 BRT feindlichen Schiffsraumes. Der Führer verlieh ihm am 18.10.1939 das Ritterkreuz und am 31.10.1940 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Die Umwelt gab ihm den Beinamen
"Stier von Scapa-Flow".



Manchmal wählte auch eine ganze Flottille ein Symbol. Der, besonders durch die Verfilmung von "Das Boot" bekannt gewordene "lachende Schwertfisch" (...auch Menüpunktverzierung in meinen Seiten...), war das Zeichen von U-96 und wurde später von der 9. Flottille übernommen. Andere Kommandanten wählten ein Symbol, das auf ihren Namen anspielte: Adelbert Schnee hatte einen Schneemann auf seinem Boot. Löwe entschied sich für ein Bild seines Namensvetters. Der Abschlußjahrgang 1938 malte häufig die olympischen Ringe an den Turm. (Anfangs auch das Symbol von U-995). Als Glückszeichen wurden z.B. von Otto Kretschmer Hufeisen an den Turm geschweißt. Tragischerweise war das Symbol des Zerstörers, der Kretschmer versenkte, ebenfalls ein Hufeisen! U-48 unter Herbert Schulze hatte den Schriftzug "dreimal schwarzer Kater" und eine weisse Hexe als Insignium. Manchmal "adoptierte" eine Stadt auch ein U-Boot und das entsprechende Stadtwappen zierte den Turm. U-995 zierte zuletzt ein Bild der "Fang-den-Hut"-Spielfiguren. Eine inīs Ironische verlagerte Anspielung auf die inzwischen mörderisch gewordenen Jagdgesetze des U-Boot-Krieges. U-666 wählte einen fallenden Engel als Emblem: Grund war eine Verkettung von Zufällen. Der Kommandant hiess Herbert Engel und 666 ist die Zahl des Satans, des "gefallenen Engels". Von nun an prangte ein Wappen mit fallendem Engel und der Aufschrift "U-Satan" am Turm! Wenn ein Boot von einem anderen Kommandanten übernommen wurde, ließ er oft das alte Symbol bestehen und fügte sein eigenens hinzu. Wie gesagt, der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, und obwohl der B.d.U. vor dem Auslaufen die Entfernung der Zeichen verlangte, hielten sich die U-Boot-Fahrer fast nie an diesen "halbherzigen" Befehl.


Das letzteTurmsymbol von U-995, die "Fang-den-Hut-Spieler". U-995 hieß überall bald nur noch "U-Fang-den-Hut".

Bildquelle: Buch,
"U-995 - Das U-Boot vor dem Marine-Ehrenmal in Laboe"
von Eckard Wetzel, Karl Müller-Verlag, 1996.

U-666 fuhr unter Herbert Engel mit dem fallenden Engel, Satan, als Turmsymbol.

Bildquelle: Buch, "Embleme, Wappen, Malings dt. U-Boote 1939-1945" von Georg Högel, Koehler Verlagsges. mbH, Hamburg, 3. erweiterte Auflage.



Seite Erstellt: 22.02.1997
Seite Editiert: 02.09.2004