Filme und Bücher über die Deutschen WK-II U-Boote


Ein großes Gebiet wie die Geschichte der Deutschen WK-II U-Boote kann man unmöglich auf ein paar Internetseiten abhandeln. Diese kleine Liste soll auch keinesfalls als "Verzeichnis aller verfügbaren Werke zum Thema U-Boot" fungieren. Solch eine Liste würde den Rahmen dieser Page sprengen; es gibt aberhunderte Bücher darüber. Hier sind nur die Werke aufgeführt und kurz vorgestellt, die mir als wichtigste Quelle und Hilfe bei der Erstellung meiner U-Boot-Site dienen. Den Autoren sei an dieser Stelle dafür gedankt. Ohne sie wären diese Internetseiten nicht möglich gewesen!

Wichtig: Auch einige alte Bücher und Filme, die während des Krieges entstanden sind, werden vorgestellt. Wie viel oder wie wenig Nazi-Propanganda diese zeitgeschichtlichen Werke enthalten, muss jeder für sich selber bestimmen. Meine Beschreibung kann nur meinen subjektiven Eindruck wiedergeben.



Bücher:



Eckard Wetzel:

U-995 - Das U-Boot vor dem Marine-Ehrenmal in Laboe
Karl Müller Verlag
ISBN: 3-86070-394-3

Lebenslauf des Museumsbootes von Laboe von der Indienststellung über die Besatzung, die Feindfahrten, Angriffe, Ausrüstung bis zur Übernahme nach Kriegsende durch Norwegen. Die Schulungseinsätze in Norwegen. Schenkung des Bootes an Deutschland, Restaurierung und schließlich Aufstellung in Laboe. Unbedingt Lesen!



Eckard Wetzel:

U-2540 - Der legendäre deutsche U-Boottyp XXI
Karl Müller Verlag
ISBN: 3-86070-556-3

Dieses Buch ist nicht nur die Lebensgeschichte von U-2540, das heute im Bremerhavener Schiffahrtsmuseum zu besichtigen ist, sondern auch ein eindringlicher Bericht über den letzten Kampf und den Untergang der "grauen Wölfe". Das Typ XXI-U-Boot war eine von Hitlers "Wunderwaffen", die die Kriegswende bringen sollten. Eckard Wetzel beschreibt hier, basierend auf Zeugenaussagen und Protokollen, mehr als die nüchterne technische Geschichte der XXI-Boote: Hier steht vor allem die menschliche Seite im Vordergrund. Die Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen der Männer, die am Rande einer unwirklichen und zusammenbrechenden Welt ihren letzten aussichtslosen Kampf fochten. Mit einer Waffe, die schlagkräftiger den je war, aber viel zu spät kam: Es wurde nie ein scharfer Torpedoschuss aus einem XXI-Boot auf einen Gegner abgegeben. Auch bei diesem Buch: Unbedingt Lesen!



Richard Lakowski:

Deutsche U-Boote -Geheim- 1935-1945
Brandenburgisches Verlagshaus
ISBN: 3-89488-030-9

Bisher Unveröffentlichte Dokumente und technische Einzelheiten der Deutschen WK-II U-Boote. Von der Kochtopfarretierung bis zur Funktion des U-Boot-Klos... Leider ein wenig durcheinander aber eine große Fundgrube technischer Details



Leonce Peillard:

Geschichte des U-Bootkrieges 1939/1945
Verlag Buch und Welt
ISBN: Keine (Älteres Buch)
(Neuauflage des W. Heyne-Verlages, München von 1985 mit ISBN 3-453-00381-0)

Überblick über den U-Bootkrieg mit Blick auf die U-Boote aller Nationen. Allgemeine Taktiken, Spektakuläre Einsätze usw...
Sehr Lesenswert!



Lothar-Günther Buchheim:

Das Boot
Verlag: dtv (Deutscher Taschenbuch Verlag)
ISBN: 3-423-01206-4 (Taschenbuch)

Muß man zu diesem Buch noch etwas sagen? Der Autor diente selbst als Kriegsberichterstatter auf U-Booten im II-Weltkrieg. Seine Erinnerungen und Erfahrungen führten zur Entstehung des Romans. Lothar Günther Bucheims "U-96" ist fiktiv, das echte U-96 diente aber als "Vorbild".
Nachteil an "Das Boot" ist, das Buchheim wirklich Erlebtes bunt mit frei Erfundenem vermischt. Als Tatsachenbericht darf man "Das Boot" also keinesfalls auffassen.



Enrico Döring:

Der nasse Tod
Verlag: Edition Octopus
ISBN: 3-936600-48-1

8. April 1945. Helmut friert. Seit Stunden trennen ihn nur 3 mm Stahl von dem tödlich kalten Atlantik. Sollte irgendetwas schief gehen, der nasse Tod würde auch ihn unerbittlich in die Tiefe ziehen ...
Als im letzten Jahr des 2. Weltkriegs Deutschland schon längst auf verlorenem Posten kämpft, konzentriert sich die Propaganda neben Durchhalteparolen auf Geheimwaffen, mit denen das Reich im letzten Moment den Endsieg noch erreichen könne. Neben der Luftwaffe mit ihrer V1 hatte auch die Marine fieberhaft an neuen Waffensystemen gearbeitet: Zahllose Mini-U-Boote vom Typ Biber und Seehund sollten auf die alliierten Nachschublinien angesetzt werden.
Als der junge Seemann Helmut Löser mit so einem Gefährt auf geheime Mission geschickt wird, ahnt er nicht, wie aussichtslos dieses Unterfangen von Anfang an ist. Zur gleichen Zeit beginnt für eine junge Frau die überstürzte Flucht aus ihrer ostpreussischen Heimat, eine gefahrvolle Reise in die vermeintlich sichere Mitte Deutschlands.

Biber, Marder, Hecht, Hai, Schwertfisch... wer kennt als U-Boot-Interessierter nicht die Namen der kleinen Mini-U-Boote, die gegen Kriegsende überstürzt als "Wunderwaffe" entwickelt, und dann in einen aussichtslosen Kampf geschickt wurden?
Bislang war das Schicksal der U-Boot-Männer, die mit diesen kleinen "Blechbüchsen" noch eine Kriegswende erzwingen sollten, oft nur ein paar Seiten mit überwiegend technischen Infos oder gar nur eine Fussnote in der U-Boot-Literatur wert.
Doch endlich setzt nun ein spannender, authentischer Roman diesen vergessenen Männern ein Denkmal. Enrico Dörings Roman ist keine pure Fiktion, sondern beruht auf den Erlebnissen und Berichten des Grossvaters seiner Gattin, der die Einsätze in diesen kleinen Booten mitmachte und überlebte. Berichte von anderen U-Boot-Veteranen wurden ebenfalls mit eingearbeitet.

Dieses Buch kann entweder bei:
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oder direkt beim Autor unter
Externer Link zu einer anderen WWW-SiteDer nasse Tod
bestellt werden.

Auf der Website des Autors gibt es ausserdem eine Leseprobe und eine Menge Hintergrundinfos zu den Kleinst-U-Boote und der Entstehung des Romans. Unbedingt lesen!



Lothar-Günter Buchheim:

Die U-Boot Fahrer (ISBN: 3-492-04044-6)
Zu Tode gesiegt (ISBN: 3-492-04043-8)
U-Boot Krieg (ISBN: 3-492-04042-X)
Verlag: Piper Verlag GmbH, München (Alle drei Bücher)

Wohl die drei Standardwerke von L.G. Buchheim, die einen intensiven und beklemmenden Einblick in den Alltag und die Ängste der U-Boot-Männer ermöglichen. Der ganze Wahnsinn des U-Boot-Krieges kommt hier zur Geltung. Der tapfere, aber sinnlose Kampf der jungen Menschen, die von Hitlers Verbrecheregime verheizt wurden...

Dieser Eindruck bleibt beim Leser jedenfalls mit Sicherheit zurück, aber Buchheim ist sehr umstritten: Viele ehemalige U-Boot-Fahrer (die Buchheim auch mal salopp als "Badegast auf U-96" bezeichnen) wehren sich vehement gegen seine Darstellung ihrer Geschichte und auch für mich entsteht der Eindruck, als glaube Buchheim er sei der einzige, der den Ablauf des U-Boot-Krieges schon damals durchschaut habe. Leider nur sehr selten (mehr zwischen den Zeilen) gibt er zu, in den Kriegsjahren selbst verführt und begeistert gewesen zu sein. Am BdU, Karl Dönitz, lässt Buchheim kein gutes Haar in seinen Werken. Obwohl Dönitz gewiss kein "strahlender Held" aus dem Märchenbuch war, wird er m.E. mit dieser sehr einseitigen "Abrechung" Karl Dönitz absolut nicht gerecht.

Trotz der einseitigen und stark verzerrten Darstellung des U-Boot-Krieges und vor allem des BdU gehören diese drei Werke aber in das Bücheregal jedes U-Boot-Interessierten.



Karl Friedrich Merten und Kurt Baberg

Wir U-Bootfahrer sagen: NEIN! So war das nicht!
Verlag: J. Reiss Verlag, Grossratingen, 1. Auflage 1986

Die "Antwort" von zwei ehemaligen U-Boot-Kommandanten des WK-II auf die Bücher von L.G. Buchheim. Die Autoren legen hier ihre Sicht der Geschehnisse dar und kritisieren in einer umfangreichen Gegendarstellung, was Buchheim daraus machte.
Die Kritik geht mit Buchheim ziemlich harsch und beissend ins Gericht, er wird auch mal als "Badegast", "Angsthase", "Etappenhengst" usw. bezeichnet, der als "Egomane" eine "einzige Hymne auf sich selbst" hält und für sich als einziger in Anspruch nehme, in seinen "agitatorischen Texten" den U-Boot-Krieg in allen seinen Einzelheiten zu kennen.
Trotz der ätzenden Worte: Die Kritik ist nicht ungerechtfertigt, nahmen die Autoren Karl Friedrich Merten und Kurt Baberg doch an wesentlich mehr Feindfahrten teil, als "Badegast Buchheim" und wissen daher sehr gut, wovon und worüber sie schreiben und einem "groben Klotz" wie Buchheim schadet dieser "grobe Keil" bestimmt nicht; hat er doch in ähnlich "grober Weise" auch seine Bücher verfasst.
Mir war schon vor der Lektüre dieses Buches in Buchheims Werken eine kopflastige Einseitigkeit aufgefallen, die die U-Boot-Männer pauschal als "Kanonenfutter" darstellte und vor allen den BdU Karl Dönitz extrem einseitig verzerrt darstellte.
Neben inhaltlichen Fehlern und aus ihrer Sicht falschen Behaubtungen und Lügen Buchheims werden auch viele, sehr leicht nachprüfbare Photofehler dargestellt, die durchaus die Vermutung stärken, dass Buchheim sich die Texte zu seinen Photos entsprechend der gewollten Aussage (und nicht der tatsächlich bestehenden Situation zur Zeit der Aufnahme) "zurechtbastelte".
Wie dem auch sei, wer Buchheims Bücher hat (und die sollten trotz -oder gerade wegen- aller Kritik im Bücherregal jedes U-Boot-Interessierten stehen) sollte auch dieses Buch unbedingt dazu haben, um sich sein eigenes Bild machen zu können: Die Wahrheit liegt wahrscheinlich, wie so oft, irgendwo in der Mitte.

Leider aber gibt es dieses Buch inzwischen nicht mehr zu kaufen. Am besten die Augen auf Internet-Auktionen, Flohmärkten, Marine-Treffen usw. offen halten!



Eberhard Rössler:

Geschichte des Deutschen U-Bootbaus (2 Bände)
Bernhard & Graefe Verlag
ISBN: 3-86047-153-8

Von den frühen Tauchbooten bis zu den hochtechnisierten U-Booten der Gegenwart: Daten, Fakten, Originalfotos. Ein einmaliges Kompendium für jeden U-Boot-Interessierten.



Georg Högel:

Embleme, Wappen Malings deutscher U-Boote 1939-1945
Koehler Verlagsges. mbH, Hamburg
ISBN: 3-7822-0650-9

Aufzählung aller bisher bekannten und vom Autor in mühevoller Arbeit recherchierten Symbole, Wappen, Malings und Embleme der Deutschen WK-II U-Boote. Eine wahre Fundgrube!



Karl Alman, Paul Lund/Harry Ludlam und Jochen Brennecke:

U-Boot
Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN: 3-453-09856-0

Jubiläumsband aus den 3 Büchern "Graue Wölfe in blauer See" von Karl Alman, "Die Nacht der U-Boote" von Paul Lund & Harry Ludlam und "Haie im Paradies" von Jochen Brennecke. Besonders "Die Nacht der U-Boote", geschrieben nach Augenzeugenberichten von Seeleuten der Geleitzüge SC7 und HX79, liest sich wie ein packender Tatsachenroman.



Terence Robertson:

Der Wolf im Atlantik
Weltbild Verlag
ISBN: 3-89350-695-0

Fregattenkapitän Otto Kretschmer wurde in englischen Kreisen "Der Wolf im Atlantik" genannt. Dieser vom Kriegsgegner geschaffene Begriff macht vielleicht die Leistungen Kretschmers als Offizier und Kommandant noch viel deutlicher als alle ihm verleihenen Orden und Ehrenzeichen. Terence Robertson, von Geburt Engländer, hatte teilweise selbst Gelegenheit, die Leistungen Otto Kretschmers auf der Gegenseite mitzuerleben.
In diesem Buch schildert Robertson die Feindfahrten und Leistungen Kretschmers, bis hin zu seiner Versenkung und Gefangennahme und seinen Erlebnissen und Fluchtversuchen in den Gefangenenlagern.



Michael Gannon:

Operation Paukenschlag
Bechtermünz Verlag
ISBN: 3-86047-905-9

13. 01.1942: Deutsche U-Boote vor der amerikanischen Ostküste, die Skyline von New York im Sehrohr. "Operation Paukenschlag", der Seekrieg gegen die USA beginnt. In wenigen Monaten werden 400 Schiffe versenkt, bereiten die "grauen Wölfe" den Amerikanern die schlimmste Seeniederlage in ihrer Geschichte.
Der "Paukenschlag" traf die Amerikaner unvorbereitet, aber keineswegs ohne vorherige Warnung. Am Beispiel von U-123 (Reinhard Hardegen), das den "Paukenschlag" eröffnete, legt Gannon einen spannenden Bericht verpasster Chancen, aber auch herausragender Leistungen auf beiden Seiten vor.



Bodo Herzog

60 Jahre deutsche U-Boote 1906-1966
J.F. Lehmanns Verlag München
ISBN: Keine (älteres Buch)

Dieses Buch war wohl eines der ersten umfangreichen Werke zur Geschichte des dt. U-Bootbaus. Viel Vor- und Fachwissen muss man bei diesem Buch schon mitbringen: Eine verwirrende Anzahl auf alte, heute kaum noch nachvollziehbare Quellen und Zeitungsartikel machen es nicht gerade zur leichten Lektüre. Auch ist es nicht mehr aktuell, doch immer noch ein Fundgrube für viele interessante Einzelheiten und Daten... wenn man sie denn in den ganzen Quer- & Quellenverweisen findet :-)
Der Bezug diese Werkes ist heute wohl nur noch uber Antiquariate und Buchsuchdienste möglich.



Arthur O. Bauer, Ralph Erskine, Klaus Herold

Funkpeilung als alliierte Waffe gegen deutsche U-Boote 1939-1945
Selbstverlag Arthur O. Bauer, Diemen, Niederlande
ISBN: 3-00-002142-6

Neben der materiellen Überlegenheit der Alliierten, der Entwicklung neuer Verteidigungs- und Angriffstaktiken gegen U-Boote, dem entscheidenden Einbruch in die Funk-Verschlüsselung der U-Boot-Führung trug zu einem grossen Teil auch die Entwicklung neuartiger Funkpeil- und Radaranlagen zum Niedergang der U-Boot-Waffe bei.
In diesem Buch wird nun (auch für den Laien verständlich) die Technik der alliierten Geräte, aber auch der deutschen "Antworten" darauf, beschrieben: Wie arbeitete HF/DF? Wie wurde die Enigma eingesetzt? Nach welchem Schema arbeitete der Funkdienst der U-Boot-Waffe? Was war der Funkverkehr "in der Schwebungslücke"? Welche Fehler & Versäumnisse erleichterten den Briten den Einbruch in den U-Boot-Funkverkehr? Was war "Kurier"? Wie arbeitete der gigantische Längstwellensender GOLIATH...?
Dieses Buch wird in kleiner Auflage im Eigenverlag vertrieben und kann über:

Liebich Funk + Fernseh GmbH
Postfach 301217
47486 Rheinberg

oder direkt unter der E-Mail-Adresse: E-Mail senden an: HLIEBICH@aol.com bestellt werden.
Eine genauere Beschreibung des hochinteressanten Inhaltes ist unter
Externer Link zu einer anderen WWW-SiteFunkpeilung als alliierte Waffe gegen dt. U-Boote 1939-1945 zu finden.



V.E. Tarrant

Kurs West
Motorbuch Verlag
ISBN: 3-613-01542-0

Dieses Buch liefert einen sehr genauen Überblick über die Deutschen U-Boot-Offensiven 1914-1918 und 1939-1945. Das Ganze kompakt, ohne sich in Einzelheiten zu "verzetteln", aber wiederum so umfangreich, das jeder wichtige Punkt berücksichtigt und erklärt wird.



Wolfgang Hirschfeld

Feindfahrten
Neuer Kaiser Verlag
ISBN: 3-7043-3097-3

Dieses "Logbuch eines U-Boot-Funkers" schildert den Dienst an Bord eines U-Bootes in allen Facetten: Die harte Ausbildung auf den Booten in der Ostsee, die grossen Geleitzugschlachten im Atlantik, die mühsame Jagd auf Einzelfahrer, den Paukenschlag vor der US-Küste, die gnadenlose Wabo-Verfolgung und nicht zuletzt den Alltag an Bord, in der engen "grossdeutschen Tauchröhre", mit seinen Härten und seiner zermürbenden Monotonie.

Hirschfeld schrieb sein Tagebuch (trotzdem dies streng verboten war) während seiner Fahrten. Im Gegensatz zu L.G. Buchheims "Das Boot" werden hier also nur wirklich reale Vorkommnisse geschildert. Schade, das diese Darstellung realer Erlebnisse bislang noch nicht aus dem Schatten von Buchheims teilweise fiktiven Erzählungen in "Das Boot" heraustreten konnte.



Siegfried Breyer (Bearbeitung)

Handbuch für U-Bootkommandanten
Podzun Pallas-Verlag GmbH
ISBN: 3-7909-0518-X

Reprint der damals geheimen Dienstvorschrift für U-Bootkommandanten (U.Kdt.Hdb.) mit vielen zusätzlichen Infos zum U-Boot-Krieg, wie die hauptsächlich verwendeten U-Boot-Typen, Erfolge, Kriegsverlauf u.v.m. Sehr Lesenswert.



Georg Ernst

Bis zur letzten Stunde
Bechtermünz Verlag
ISBN: 3-8289-0345-2

Der Alltag eines U-Boot-Fahrers aus erster Hand beschrieben: Von der Ausbildung und dem "Clinch" mit sadistischen Unteroffizieren, das Trainig in der Ausbildungsflottille, bis zum Kriegseinsatz im letzten Kriegsdrittel, als 3 von 4 U-Booten nicht mehr zurückkehrten... Spannend und authentisch!



Günter Prien

Mein Weg nach Scapa Flow
Deutscher Verlag, Berlin
ISBN: Keine (älteres Buch)

Wie dem Film "U-Boote westwärts!" wird auch Priens Buch "Mein Weg nach Scapa Flow" reine Propaganda vorgeworfen, und wer das Buch zum ersten mal in der Hand hält, erwartet zwangsläufig "braune Sosse" ohne Ende... aber dem ist gar nicht so: Prien schlidert, wie er zu Marine kam, wie seine Ausbildung verlief und wie ihm sein Husarenstück in Scapa Flow gelang. Spannend und authentisch! Einzig und allein im letzten Kapitel "Beim Führer" wird ein wenig "braune Sosse" aufgetischt, aber nur die paar, kurzen Sätze: "Er tritt ein. Ich habe ihn früher schon manchmal gesehen. Aber nie habe ich so intensiv wie in diesem Augenblick die Grösse dieses Lebens gefühlt. Gewiss, auch ich stand hier, und der Traum meiner Jugend war Wirklichkeit geworden, und vielleicht ist das Grösste und Beste in diesem Leben, wenn wir die Träume unserer Jugend verwirklichen. Aber welch ein Leben war dieses neben meinem. Ein Mann, der die Schmach und das Elend seines Landes als seine eigene Schmach, als sein eigenens Elend empfindet, wünscht sich ein freies, glücklicheres Vaterland. Er glaubt und handelt... ein unbekannter Mann unter achtzig Millionen. Sein Traum wird Tat... sein Glaube gewinnt Leben." sind die einzigen Sätze, die Nazi-Propaganda enthalten!
Wohl wegen dieser paar Sätze wird das Buch auch nicht mehr gedruckt und nur noch als Original auf dem Flohmarkt, in Antiquariaten oder Online-Auktionen zu haben. Es lohnt sich aber auf jeden Fall!



Joachim Schepke

U-Boot-Fahrer von heute
Deutscher Verlag, Berlin
ISBN: Keine (älteres Buch)

Wie Priens "Mein Weg nach Scapa Flow" ist auch Schepkes Werk ein Buch, das im Krieg entstanden ist. Betont humorvoll und locker schildert der Autor den Alltag an Bord eines U-Bootes, und bis auf ein paar hässliche, antisemitsche Sätze ("Du willst die Besatzung näher kennenlernen. Beginnen wir einmal mit dem Moses. Moses heisst nicht, dass wir einen Juden an Bord haben, wie Du als gewissenhafter Arier wohl meinen möchtest. Nein, mein Lieber, erstens findest Du überhaubt auf See keinen Juden, zweitens würden wir Seeleute auch schwerlich mit einem solchen Schöpfungsprodukt den Raum teilen"), ist auch hier erstaunlich wenig offene Nazi-Propaganda zu finden. Über die wenigen typischen Nazi-Hetzparolen gegen Juden muss man auch hier hinweglesen und natürlich schildert der Autor auch nichts über das "Absaufen" in einem U-Boot oder über Frachtermannschaften, die qualvoll in brennendem Öl umkommen. Schliesslich sollte das Buch ja gerade für die U-Boot-Waffe begeistern. An der U-Boot-Geschichte ernsthaft interessierte sollten auf Flohmärkten und Online-Auktionen auch nach diesem Büchlein Ausguck halten, um den damaligen Geist verstehen zu lernen.






Spielfilme:



Das Boot (BRD)

Die Verfilmung von Lothar Günther Buchheims gleichnamigen Roman beschreibt eine teilweise vom Autor selbst erlebte, und teilweise fiktive Feindefahrt von U-96. Gibt es als Kinofassung mit ca. 120 Minuten länge und als Langfassung von über drei Stunden. Die lange Version ist natürlich viel besser.
Der wohl bekannteste U-Boot Film.



Einsatz im Nordatlantik (USA, 1943)

Kriegsfilm mit H. Bogart. Eindeutig kopflastiger Propagandafilm über die mutigen Frachterkapitäne und die "Ugly germans". Enthält gleich zu Anfang eine haarsträubende Szene, in der der "das große, böse U-Boot" ein Rettungsboot mit den "aufrechten Amerikanern" rammt. Der U-Boot-Kommandant läuft in voller Gala-Ausgehuniform auf dem U-Boot herum und ist zackiger und regimetreuer (aber zum Glück nicht so fett :-) als Hermann Göring selbst. Selbstverständlich gelingt es den Amerikanern, mit ihrem angeschossenen und kaum manövrierfähigen Liberty-Frachter das U-Boot zu rammen und zu versenken; Happy End. Fehlt am Ende nur noch der Reigen der Matrosen auf dem Oberdeck mit dem Lied "Der Wolf ist tot! Der Wolf ist tot!"... ;-)
Man muss den Film aber auch vor dem historischen Hintergrund sehen, denn selbstverständlich ist es ein Propagandafilm um die "Heimatfront" moralisch aufzubauen und den Frachterbesatzungen Mut zu machen. Trotzdem: Der koordinierte Rudelangriff Deutscher U-Boote auf einen Geleitzug ist dramatisch und tricktechnisch hervorragend in Szene gesetzt worden!

Ein interessanter Witz am Rande ist, das der Film während der Mc Carthy-Ära auch in den USA verboten wurde, weil in der Endszene die Amerikaner beim Einlaufen in Murmansk herzlichst von den Russen mit "Towarisch" begrüsst werden. So schnell hatte sich das Feinbild gewandelt.



Duell im Nordatlantik (USA, 1957)

Kriegsfilm mit Curd Jürgens als "Kaleunt" und Robert Mtchum als Zerstörerkommandant: Katz- & Mausspiel zwischen Amerikanischen Zerstörer und Deutschem U-Boot. "Katz & Maus" wechseln öfters die Rollen. Sehr spannend und sehenswert und vor allen Dingen nicht nach dem alten Schema "aufrechte Amerikaner" gegen "die miesen Krauts" gedreht. Ein für beide Seiten fairer Film mit grossen Schauspielern und einem überraschenden Ende!



U-47, Kapitänleutnant Prien (BRD)

Deutsche Verfilmung von Priens Husarenstück in Scapa Flow. Gut in Szene gesetzt. Schwarzweisfilm mit sehr vielen Originalaufnahmen aus dem WK-II. Z.B. Das Ein- bzw. Auslaufen der U-Boote, Empfang im Hafen mit Kapelle usw. Enthält zwei kleine "Schönheitsfehler", die die Story aber nicht trüben: Nicht Erich Topp versenkte die "Athenia", sondern Fritz Julius Lemp (Topp versenkte die "Reuben James") und der berühmte "Stier von Scapa Flow" wurde natürlich erst nach der Scapa Flow-Aktion an den Turm von U-47 gemalt.



U-571 (USA, 2000)

Während "Duell im Nordatlantik" noch wegen der fairen Darstellung beider Seiten begeistert, bestätigt "U-571" wieder das oft gehörte Urteil vom "typisch amerikanischen Film": Heldenhafte Amerikaner mit schwellenden Muskeln und böse Nazis. Diese "bewährte Mischung" wurde auch für "U-571" wieder neu aufgekocht: Kurz die Story: Ein Amerikanisches Sonderkommando tarnt ein altes US-U-Boot als Deutsches U-Boot (zur besseren Tarnung selbstverständlich mit Hakenkreuz am Turm :-) um ein beschädigtes, Deutsches U-Boot (eben U-571) auf hoher See abzufangen um so an die geheime Enigma-Verschlüsselungsmaschine zu kommen. Der Einsatz geht schief, das Amerikanische U-Boot wird versenkt und die US-Crew ist nun auf dem geenterten U-571 "gestrandet". Selbstverständlich lernen die Amerikaner innerhalb von Minuten die Steuerung des Deutschen U-Bootes und müssen sich nun mit allierten Kräften (die das Boot natürlich als feindliches Deutsches Boot andsprechen) sowie mit den "bösen Nazideutschen" herumschlagen. Beeindruckend der riesige "Nazigeier" am Deutschen Zerstörer, mit dem jedem Kinobesucher zweifelsfrei klar gemacht wird, wer die guten und wer die bösen Buben sind... wo der "Geier" wohl herkam? Aus der Requisitenkiste der Indiana-Jones-Filme? :-)

So sehr U-571 auch im tricktechnischen Bereich voll überzeugen kann (hier wurde wirklich ganze, pyrotechnische Arbeit geleistet), so dünn und klischeeverschmiert ist die Handlung: In Wirklichkeit gelang es nämlich den Briten, und nicht der US-Navy, mit U-110 eine "Enigma" zu erbeuten, während die Amerikaner in der "Operation Paukenschlag" gewaltig und über Monate hinweg von der Deutschen U-Boot-Waffe die "Hucke voll" bekamen. Müssen sie diesen Schock nachträglich verarbeiten wie Vietnam mit den Rambo-Filmen?
Trotzdem, wer über die jämmerliche, klischeehafte Handlung hinwegsieht, wird sich an der wirklich hervorragenden Austattung (besonders den U-Boot-Modellen) und Tricktechnik begeistern, und das auf Dolby komm raus!



U-Boote westwärts! (Deutschland, 1941, Ufa)

Dieser Film war, soweit ich weiss, noch nicht im Fernsehen zu sehen und auch ich bin nur durch Zufall über einen Freund aus Italien an eine Kopie herangekommen. Vielleicht liegt eine Art Bann über diesem Film, der immer wieder als "Propagandafilm" bezeichnet wird. Natürlich war er das auch, wie auch "Einsatz im Nordatlantik" aus den USA ein Propagandafilm ist, aber er ist wesentlich weniger "braun getont" als überall behauptet wird! U-Boot-Leben und Einsatz werden besser den Schilderungen ehemalige U-Boot-Männer entsprechend dargestellt, als die Schrei- und Brüllszenen in "Das Boot" (natürlich wurde mit den 80 Meter maximale Tauchtiefe absichtlich "tiefgestapelt", schliesslich entstand der Film im Krieg und sollte dem Gegner keine verwertbaren Hinweise geben). Auch die Engländer werden sehr fair dargestellt (nehmen u.A. deutsche U-Boot-Männer auf) und das einzige, was diesem Film von "150%ig politisch Korrekten" als "Propaganda" vorgeworfen werden könnte ist, der Satz "Süss und ehrenvoll ist es, fürīs Vaterland zu Sterben" eines sterbenden U-Boot-Mannes und das am Filmende gross ein U-Boot-Abzeichen mit Hakenkreuz gezeigt wird. Ansonsten enthält der Film weit weniger "Propaganda" als die vielen Hollywood-Streifen mit "stählernen amerikanischen Helden" wie "U-571" oder "U-23 Tödliche Tiefen"!

Der Film ist auf "normalem Wege" nicht mehr bekommen. Beim "Deutschen Filminstitut" ist er mit dem vielsagenden Hinweis "Vorbehaltsfilm: Verleih nur unter besonderen Bedingungen" gekennzeichnet. Auf gut Deutsch: Er liegt im "Giftschrank" der Zensur!
Bei eBay tauchen aber hin und wieder original Super-8 Spulen aus den 60er/70er-Jahren auf, als der Film noch frei und legal zu erwerben war. Suche lohnt sich also hier, um den neudeutschen Zensurbann legal umgehen zu können!



Hunley - Tauchfahrt in den Tod (USA, 1999, TNT Turner Network Television)

1864, seit 4 Jahren tobt der Amereikanische Bürgerkrieg. Die Nordstaaten versuchen, dem Süden mit einer Seeblockade den Nachschub vor allem aus England zu unterbinden. Auch Charleston gehört zu den belagerten und und von See her bombardierten Städten der CSA. Da will ein wild zusammengewürfelter Haufen das schier Unmögliche wagen. Mit der "verrückten Erfindung" von Horace L. Hunley, dem zu einem primitiven U-Boot umgebauten Dampfkessel einer Lokomtive, wagen neun Mann die Feindafahrt gegen die US-Blockadeschiffe...
Diese Geschichte in einen packenden Film zu schildern, gelang dem Medien-Mogul Ted Turner, der sich bereits durch weitere, hervorragende Filme zum Thema Amerikanischer Bürgerkrieg, wie "Gettysburg" und "Andersonville" einen Namen gemacht hat. Und diese Geschichte ist keine Erfindung Hollywoods: Die "CSS Hunley" war das erste erfolgreiche U-Boot der Welt und versenkte die "USS Housatonic" in der Hafeneinfahrt von Charleston... doch auch die Hunley kehrte nie wieder zurück. Das Rätsel der "Hunley" bleib 140 Jahre ungelöst. Ein (Film)stoff, aus dem die Helden sind: In einem schon so gut wie verlorenen Krieg wagen acht freiwillige Männer unter ihrem Kommandant Dixon ein verzweifeltes Unternehmen: Ein unausgereiftes U-Boot, seiner Zeit um 50 Jahre voraus, zusammengebaut aus dem Kessel einer Dampflok und mit einer muskelbetriebenen Kurbelwelle angetrieben, schweisst den "wilden Haufen" der Besatzung zusammen und bildet das erste mal den berühmten U-Bootsfahrergeist.

Einiges in dem Film mag pathetisch übertrieben wirken, doch die Story ist unglaublich dicht und packend umgesetzt. Die klaustrophobische Enge im U-Boot kommt genauso gut rüber wie in "Das Boot" und die drohend, symphonische Filmmusik von Randy Edelman (machte u.A. auch die Soundtracks für "Anaconda" und "Daylight") gibt dem Film eine zusätzliche Dramatik. Warum die "Hunley" auf der Rückfahrt sank, ist immer noch nicht geklärt. Der Film kann auch hier nur spekulieren. Aber die Legende der "Hunley" erwacht zu neuem Leben und manchmal werden Mythen zur geschichtlich bewiesenen Realität. Wie auch hier: Die berühmte Goldmünze, die dem Kommandanten Dixon einst das Leben rettete (und auch im Film eine zentrale Rolle spielt), weil sie eine feindliche Kugel abgefangen hatte, war lange eine spekulative Legende; nichts mehr als ein schöner Mythos... doch Mitte 2000 wurde eben diese Münze tatsächlich im geborgenen Wrack der "Hunley" direkt neben den sterblichen Überresten des Kommandanten entdeckt...!


Seite Erstellt: 05.02.1997
Seite Editiert: 01.08.2005