Virtuelle Besichtigung eines Typ VIIC-Bootes (U-995 in Laboe)


U-995 in Laboe ist einer der letzten heute noch existierenden "Grauen Wölfe" aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Boot vom Typ VIIC/41 wurde 1943 gebaut und am 16. September 1943 in Dienst gestellt. Nach einer langen, wechselvollen Geschichte wurde es schließlich in Laboe bei Kiel als Museumsboot aufgestellt.
Auf dieser Seite folgt nun eine kleine "virtuelle Besichtigungstour" durch das Boot. Alle Aufnahmen im Boot machte ich am 19.08.1997 morgens, als der "Besucheransturm" noch nicht so groß war.

Alle Fotos auf dieser Seite Copyright 1997 by Carsten Corleis. All Rights Reserved. Für private, nicht kommerzielle Seiten dürfen die Bilder (mit Quellenangabe) allerdings frei verwendet werden!






U-Boot, Typ VIIC/41



Durch klicken auf die verschiedenfarbigen Sektionen des U-Boot-Diagramms kannst Du die entsprechende Sektion des Bootes "besuchen". Benutzt Du einen Netscape-Browser und hast JavaScript aktiviert, werden Dir in der Statuszeile Deines Browsers schon einige kleine Erklärungen zu den gewählten Bereichen angezeigt. Oder Scrolle einfach weiter durch die Seite, um den "Rundgang" im Bugtorpedoraum zu beginnen.





Bugtorpedorohre

Die vier Bugtorpedorohre. Dies waren die "Reisszähne" der "Grauen Wölfe". Der Platz täuscht. Hier waren auf Feindfahrten wesentlich mehr Torpedos gelagert, als nur der blaue Übungstorpedo links im Bild. Züsätzlich waren hier die Quartiere für einem Teil der Mannschaft, die unter, über und neben den Torpedos ihre Kojen hatten. Im Laufe des Einsatzes wurde die Platzsituation durch das Fehlen der verschossenen Torpedos für die Männer besser.
Heute sind die Torpedorohre funktionsunfähig gemacht und die 4 Bugklappen zugeschweißt. Aber: An old Wolf may lose his teeth, but never, his nature!
Blick in den Bug-Torpedoraum mit den Torpedorohren von U-995.
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Offizierskojen und Kommandantenraum

Die Kojen der Offiziere und Unteroffiziere. Auch sie hatten nur unwesentlich mehr Platz als die Mannschaft im Bugtorpedoraum. Hinter den Offiziersquartieren war der Kommandantenraum. Offizierskojen
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Zentrale mit Sehrohr und Kartentisch

Die Zentrale. Von hier aus wurde das Boot gesteuert. In der Bildmitte das Lufzielsehrohr. Angriffsehrohr und der Torpedovorhalterechner (TDC) befinden sich im Turm, wo der Kommandant während der Angriffe sas. Leider war der Zugang zum Turm nicht gestattet, so das dieses Bild hier fehlt. Zentrale mit Sehrohr

Kartentisch Der Kartentisch. Von hier aus wurde navigiert und bei Angriffen usw. die Positionen der Feindschiffe festgehalten, die vom Mann am Sehrohr und am Hydrophon durchgegeben wurden.

Das Luftziel- bzw. Navigationssehrohr. Dieses wurde bei Unterwasserfahrt und Annäherung an den Gegner verwendet. Durch den schwenkbaren Kugelkopf konnte man auch den Luftraum beobachten. Zum Angriff wurde das Angriffssehrohr im Turm verwendet. Luftzielsehrohr

Tiefenruderstand Der Tiefenruderstand. Hier wurden die Tiefenruder bedient und der "Trimm" des Bootes mit Pressluft bestimmt. Bei jedem Torpedoabschuss wurde das Boot um über eine Tonne leichter und drohte aufzusteigen. Durch die "Torpedoregelzellen" musste die Bootstrimmung in Sekunden wiederhergestellt werden.
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Kombüse und Dieselmaschinenraum

Kombuese Die Kombüse. In dieser kleinen Ecke wurde für 40-50 Mann gekocht. Trotzdem gelang es dem "Smutje" immer wieder, neuen "Gaumenfreuden" für die Mannschaft zu kreieren. Nach etwa 10 Tagen auf See war das Frischfleisch alle. Denn wurde es hart für die "Grauen Wölfe", und sie mussten sich mit Räucherwurst, Pökelfleisch, Konserven und trockenem Brot zufriedengeben.

Der Dieselmaschinenraum. 2 MAN 6-Zylinder-Viertaktdiesel mit Aufladung und je 1400 PS gaben dem Boot eine Überwasserhöchstgeschwindigkeit von etwa 17 Knoten. Nicht für "schnelle Sprints", sondern für tagelange "Hetzjagdten" auf Geleitzüge und Frachter ausgelegt. Das ununterbrochene, monotone "kartoffelkartoffelkartoffel..." der Maschinen dröhnte den Männern Tag und Nacht in den Ohren. Dieselmaschinenraum
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E-Maschine und Hecktorpedoraum

Schalttafeln der E-Maschine Die beiden Schalttafeln der E-Maschine für Unterwasserfahrt. 2 Akkubatterien mit je 62 Zellen, AfA 33 MAL 800 W, 9160Ah, gaben dem Boot getaucht eine maximale Geschwindigkeit von 7,6 Knoten. Allerdings nur für etwa 1 Stunde. Bei 2 Knoten konnten mit den E-Maschinen etwa 130 Seemeilen zurückgelegt werden. Waren die Batterien erschöpft, musste das Boot auftauchen und sie mit den Dieselmaschinen wieder aufladen.

Das Hecktorpedorohr. Dieses war besonders zur Verteidigung gegen Geleitzugeskorten gedacht. Im späteren Kriegsverlauf wurde hier der T5 "Zaunkönig" abgefeuert. Mit diesem akustisch-zielsuchenden und lageunabhängigen Torpedo konnten die "Grauen Wölfe" den "Herdenschutzhunden", also den angreifenden Eskorten, anfangs ganz gut Paroli bieten. Am 27. Oktober 1944 konnte sich U-995 in der Barents-See mit 2 "Zaunkönigen" aus Rohr V (Hecktorpedorohr) und I (Bugtorpedorohr) die Fregatten "Louis", "Lawson", "Inglis" und "Mounsey" erfolgreich "vom Pelz halten!" Hecktorpedorohr
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Schrauben, Seitenruder und hintere Tiefenruder

Schrauben, Seitenruder und hintere Tiefenruder Die beiden Schrauben mit den Seitenrudern und den hinteren Tiefenrudern. Die Ruder waren so angeordnet, daß sie den Wasserstrom der Schrauben schon bei geringen Geschwindigkeiten nutzten und so das Boot besonders manövrierfähig machten.
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Turm mit Flakgeschützen

Der Kommandoturm mit den der 3,7 cm und dem 2 2 cm Flak-Zwilling. Im späteren Kriegsverlauf wurde der Turm immer mehr gegen Fliegerbeschuss verstärkt und mit effektiveren Flakwaffen ausgerüstet. Trotzdem war und blieb das schnelle Alarmtauchen die beste Verteidigung gegen Fliegerangriffe. Turm mit Flakgeschuetzen
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U- 995 ist eines der letzten 5 noch heute existierenden Deutschen WK-II U-Boote. Dieser kleine "virtuelle Rundgang" durch das Boot gibt aber nur einen Bruchteil von dem wieder, was wirklich zu sehen ist. Wer nach Kiel kommt, sollte unbedingt auch einen Abstecher nach Laboe machen und U-995 selbst besuchen. In der Urlaubszeit sollte man so gegen 8.00 oder 9.00 Uhr morgens anreisen, denn ist der Besucherandrang noch nicht so stark.
Die Fotos machte ich mit einer Minolta Dynax 700, einem ISO 400/27º-Film: ORWO Color QRS400 , 33mm Brennweite und eingebautem Blitz.



Seite Erstellt: 04.10.1997
Seite Editiert: 29.08.2004